Loslassen – Wenn Konflikte die Ruhe und den Schlaf rauben

Moin Moin! Soooviel habe ich nun auch nicht zu berichten und habe schon Angst, diesen Blog nicht laufend füllen zu können. Umso praktischer, dass mir zu einer Frage auf einen Post von Instagram vom 23.06.2017 dann so viele Gedanken als Antwort im Kopf herumschwirrten, dass ich sie an dieser Stelle einfach einmal herauslasse…

Ich bin (für mich selbst nervigerweise) furchtbar nachtragend und lasse alles, was mich verletzt und verärgert hat schwer los. Im Leben reagiere ich als Echo. Ich bin grundsätzlich offen und nett und passe meine Art dann der Art derer an, die mir begegnen. Wird man unfair, macht mir etwas vor weil man glaubt, die Wahrheit würde mich nicht auf Umwegen erreichen, fährt mich unfreundlich an oder meint, mich herumschubsen zu können, dann werde ich nicht offensiv unfair, aber auch unfreundlicher, bösartig direkt, ablehnend oder gebe mir von einem Moment auf den anderen dann auch keine Mühe mehr gut rüberzukommen. Da ich ja ein ruhiger schüchterner Typ bin, werde ich in Durchsetzungskraft, wenn mir etwas wirklich gegen den Strich geht, stets unterschätzt. Ich kenne meine Optionen und Möglichkeiten sehr gut und nutze sie auch, wenn es erforderlich wird. Ist es mir egal, ignoriere ich Dinge aber auch einfach.

Blöd war immer, dass ich teilweise sogar nach Jahren noch Groll über Situationen und Menschen hegte und immer wieder zu der gleichen Sache ein wütendes Gefühl in meiner Magengegend zu kochen beginnen konnte, welches dazu führte, dass ich immer wieder stundenlang im Kopf Selbstgespräche führte, in denen ich mit den Menschen diskutierte oder Ihnen Vorträge hielt. Das konnte morgens in der Dusche sein, beim Autofahren, beim Schminken oder eben leider direkt vor dem Schlafengehen, wenn ich die Decke in Richtung Kopf gezogen habe. Und so lag ich dann häufig lange wach.

Chrissy fragte aufgrund meines Postings bei Instagram, dass ich mich nun durch Gedankenspiele nicht mehr selber vom Schlafen abhalten würde, wie ich dazu gekommen bin. In diesem Artikel erwähnte ich ja bereits, dass ich immer als Lebensziel zufrieden sein wollte und erkannt habe, dass ich nur für mein Handeln und meine Worte verantwortlich bin und nicht für das, was andere daraus hören oder verstehen wollen – Oder auch nur verstehen können (Kennt Ihr Schulz von Thun? Die vier Seiten einer Nachricht? Das Beispiel mit dem Pärchen an der Ampel, welche grün wird ist hier perfekt für das, was ich damit sagen möchte). Ich bin es einfach Leid, diese nachtragenden schlechten Gefühle mit mir herumzuschleppen. Sie passieren nur allein in mir, belasten nur mich. Sie kosten zuviel Zeit und Energie und es ist doch einfach völlig absurd, dass ich sage, ich habe alles, was ich brauche (Job den ich mag, perfekten Freund, Dach über den Kopf, wahre jahrelange Freunde und ein leidenschaftliches Hobby, in dem ich mich verwirklichen kann), mich dann aber an alten Situationen aufhänge und dauernd selbst damit fertig mache.

Die Situation lässt sich nicht ändern, die beteiligten Menschen haben bereits entschieden, wie sie in dieser Situation handeln/denken und auch das kann ich nicht ändern – Es verändert einfach nichts, auch wenn man sich wünscht, nochmals zurückspulen zu können. Ich bin davon weg, Situationen immer wieder zu durchdenken, weil ich mich dazu entschieden habe, dass ich das alles nicht mehr will. Natürlich will es immer mal wieder anfangen zu sprudeln, aber dann bremse ich die Gedanken bewußt aus und sage mir „Nein!“. Es ist meine Entscheidung, womit ich mich jetzt beschäftige. Genauso im Straßenverkehr, in dem einen andere Verkehrsteilnehmer die Nerven kosten: Man kann sich furchtbar aufregen, aber man kann es auch lassen und einmal durchatmen.

Ein peinliches Beispiel meinerseits, aber ehrlich: Ich hing jetzt seit 2,5 Jahren in einem Groll fest, den ich nicht ablegen konnte, obwohl die auslösende Person sogar auf mich zugekommen war, um ihn zu lösen (Hallo, falls Du jetzt liest 😉 ). Da ich vor der Entstehung des Konflikts vor dieser Person „gewarnt“ worden war, passte was passierte ins Bild und ich nahm die Klärung/Entschuldigung nicht ernst. Ich war eindeutig voreingenommen, ohne selbst vorher persönlich schon einmal eine „schlechte Erfahrung“ gemacht zu haben. Ich habe tatsächlich dann 2,5 Jahre damit verbracht, weiterhin verärgert zu sein und ich habe mich selbst daran gestört, dass ich das nicht abschütteln konnte! Ich war zu stolz zu verzeihen und das auch aus Angst, dass ich verzeihe, obwohl es nicht so gemeint war und ich dann der leichtgläubige Idiot bin. Ich wußte mir einfach nicht zu helfen und es war mir wirklich peinlich, denn das alles hatte schon längst mit der Gegenwart absolut nichts zu tun, hatte mit mir nichts zu tun und es war mir vollkommen bewußt! Also habe ich überlegt, wie ich das löse. Da ich mich ja bewußt aus Neugier heraus noch mit ihr im Internet beschäftigt habe, was ja immer mal wieder selbstgemachten Groll hinzu gab, wenn man böse denken wollte, fiel mir auch auf, was diese Person kann und leistet. Im Laufe der Zeit habe ich ihr das ehrlich anerkannt und es ihr auch in Kommentaren zugetragen und mal ein ehrliches Kompliment gemacht, wenn es mir in den Kopf kam. Und vor ein paar Wochen bin ich dann über meinen Schatten gesprungen, weil ich das wirklich hinter mich bringen wollte und habe meine mich beschämenden inneren Gedanken mitgeteilt und ihr gesagt, was ich ihr so anerkenne und dass es mir wichtig war, das einmal zum Ausdruck zu bringen. Hier ist nämlich mir passiert, was Ihr erkennen müsst: Ihr könnt die Gedanken der anderen und die Gefühle einfach nicht verändern, wenn sie es nicht wollen. Die Menschen entscheiden, wie sie Euch sehen wollen und das kann häufig davon abweichen, wie Ihr seid. Denn wer kennt Euch denn wirklich? Und so habe ich auch wieder festgestellt, dass ich mir die ganzen Gedanken nur mache, weil ich letzten Endes verstanden werden möchte, was ja erwiesenermaßen viele einfach gar nicht wollen, weil sie in sich festhängen. Die Vergangenheit ist gegessen! Wir leben alle JETZT gerade in DIESEM MOMENT. Was GERADE JETZT passiert, ist entscheident, wie Ihr JETZT denkt, Euch fühlt und was Ihr aus Eurer Zeit macht.

Und wenn Ihr nicht loslassen könnt: Was fehlt Euch? Wo ist der Anteil bei Euch? Was stimmt nicht? Ihr habt immer an allem einen Anteil, wenn es „nicht läuft“. Guckt, woran es liegt. Vielleicht wollt Ihr etwas aus der Welt schaffen und habt noch eine Option, weil ich vielleicht gemerkt habt, dass Ihr einen Anteil am Konflikt nicht einsehen wolltet? Dann springt über Euren Schatten und versucht es. Wenn es klappt ist es prima und wenn nicht, dann wißt Ihr eindeutig, dass Ihr abschließen könnt. Ihr geratet immer an die falschen Menschen? Sucht das Muster, was findet Ihr im ersten Moment bei ihnen, was Ihr braucht? Wie verhaltet Ihr Euch jedes Mal? Seid Ihr ehrlich zu Euch selbst? Gebt Ihr Euch wie Ihr seid oder wie Ihr glaubt sein zu müssen, damit andere Euch mögen? Lebt das, was Ihr erzählt! Ihr müsst nicht perfekt sein, erlaubt Euch das, niemand ist es. Gebt Fehler zu, wenn Ihr sie erkennt, das macht Euch sympathisch und menschlich. Wenn Ihr Euer eigenes Verhalten verstanden habt, wird alles einfacher. Und vor allem: Erwartet auch von anderen Menschen nicht, dass sie Eure Gedanken lesen können. Äußert sie und erklärt Euch. Reden macht frei!

Eigentlich wollte ich hier niemals so einen „Kram“ schreiben und auch nicht klugscheissern, aber es ist ja mein Blog und da darf ich ja lassen, was mir gerade einfällt. Auch zu meiner Einstellung 😉

Also zurück zur Lösung der Einschlafprobleme: Alle Menschen, die mit Konflikten zu tun haben, blende ich aus. Ich beschäftige mich nicht mit ihnen, gucke nicht nach ihnen und frage auch nicht nach ihnen. Denn mir ist es wirklich ernst: Ich möchte mich einfach nur gut fühlen und meine innere Ruhe haben. Es gibt ganz tolle Buttons a la „deabonnieren“ oder im Notfall „blockieren“, wenn man im Internet nicht mehr beim Durchscrollen erinnert werden möchte. Klar sind wir neugierig, aber da muss einfach eine Entscheidung getroffen werden. Wer wirklich Ruhe will, muss einen Cut machen und die Neugier verfliegt dann auch. Es wird einem egal, wenn man sich ersteinmal entschieden hat und das durchzieht. Und es ist einfach nur super entspannend, sich mit den schönen Dingen des Lebens anstatt vergangener Konflikte und Menschen zu beschäftigen, die nicht mehr Teil des alltäglichen Lebens sind.

2 Comments

  1. Ganz, ganz toll Svenja! Man merkt, dass du eine lange Entwicklung mit sehr positivem Ergebnis durchlaufen hast. Ich finde, dass dieser Beitrag viel mit Kraftsport zu tun hat, denn für Fortschritte und Erfolge muss man sich auf sich selbst fokussieren und positiv denken können. Daran arbeite ich noch und deine Erfahrungen zu dem Thema enthalten sehr konstruktive Hinweise für mich. Vielen Dank!

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