Guckt in den Spiegel – Wen seht Ihr?

Moin Moin!

Als Sebastian am Montag eines unserer Shootingsergebnisse bei Facebook postete, kam daraufhin ein Kommentar einer Frau. Dieses Bild zeigte mich in einem Bikini, liegend aufgestützt auf einer Bank. Eine an sich sehr feminine Pose. Man sah meine Bauchmuskeln, durch den so positionierten Arm, dass dieser etwas stärker ist. Die Frau kommentierte „Das ist doch echt nicht mehr schön. Nichts weibliches mehr dran.“ Ich musste gar nicht einmal auf ihr Profil gehen um zu wissen, dass es sich nur um eine Frau mit Gewichtsproblemen handeln konnte, die vermutlich gerne schlanker wäre. Aus Erfahrung weiß ich, dass solche Kommentare nur von übergewichtigen Männern, übergewichtigen Frauen, extrem dünnen schwach aussehen Männern sowie Loosern, die außer im Internet im geschützten Rahmen zu beleidigen nichts auf die Reihe bekommen gepostet werden. Dahinter stecken also immer unzufriedene Menschen, die mit sich ein Problem haben und denen man vermutlich in diesem Moment einen Spiegel vorhält.

Ich spiegelte in diesem Moment der Frau nicht, dass sie auch gerne muskulös wäre… Aber sie kann sich vorstellen, dass ich das Aussehen nicht von heute auf morgen erreicht habe, sondern durch ein fortwährendes an mir arbeiten mit viel Disziplin. Das, was ihr vermutlich fehlt, sie sich aber ungern eingestehen möchte. Es ist ja auch viel einfacher, andere abzuwerten, von wegen „Ih, das will ich nicht“, sich dadurch kurz besser zu stellen und eventuell etwas größer und besser zu fühlen.

Wie habe ich reagiert?! Da ich erkannte, wo vermutlich der Ursprung lag, bin ich selbstverständlich geneigt, ihr so richtig eines reinzuwürgen, weil ich so eine Art einfach nur scheisse finde und auch mal das menschliche Bedürfnis habe, mich über diese Gefühle der Person mächtig zu fühlen. Aber ich fühle mich bereits gut und bin stark und mir ist total egal, was sie von mir hält. Jedoch: Diese dummen feigen hässlichen Kommentare im Internet treffen auch andere Menschen als mich, die noch nicht soweit sind, dass sie darüber stehen und es wegstecken. Die erkennen, dass solche Posts nichts über sie sagen, sondern nur über den, der sie schreibt… Also bat ich sie, sich vorzustellen, jemand würe online so etwas über sie schreiben, ob sie sich dabei gut fühlen würde, dass man im Internet genau wie auf der Straße andere Menschen nicht wegen ihres Äußeren wahllos beleidigen sollte und dass ich Sie bitten würde, sich bei mir zu entschuldigen. Natürlich hat sie sich nicht entschuldigt und gar nichts mehr geschrieben. Stand ja auch ziemlich scheisse da. Aber das ist meine Art. Dinge sachlich auf den Punkt bringen und immer im Fokus, was man zwischenmenschlich erreichen möchte. Ich wollte erreichen, dass sie nächstes Mal nachdenkt, ehe sie etwas postet. Eine Beleidigung meinerseits hätte nur zu bösen Worten ihrerseits geführt und in ihrer Welt wäre ich das Problem geblieben, nicht sie und ihre Art, mit ihrer Unzufriedenheit umzugehen.

Von diesem Geschehniss ausgehend habe ich mich ersteinmal furchtbar zwischenmenschlich aufgeregt und wollte einfach nur noch raus mit meinen Gedanken zu den Menschen, die dauernd auf anderen rumhacken, anderen die alleinige Schuld an Konflikten geben, niemals sich selbst reflektieren und sich immer als das arme Opfer darstellen, dass ja nie was für die Konflikte kann, eigener Aussage nach alles geben und nie die Anerkennung dafür bekommen, was sie ihrer Meinung nach verdienen. Peinlich finde ich auch die ganzen Facebook Posts, nachdem mal wieder eine Liebschaft nicht geklappt hat, man ja niemandem mehr trauen kann, verraten wird, es keine Freunde gibt…. Nur um von Menschen, die fernab des Themas sind und nur gefilterte Inhalte der Situation erhalten Zustimmung und Seelenschmeichler zu erhalten, dass sie doch so toll sind und es nicht verdient hätten.

Es gibt NIE nur eine Seite. Leute Mensch! Ihr könnt sie nicht ändern, Ihr könnt aber Euch ändern. Erlebt Ihr immer wieder das gleiche, guckt wo Euer Muster ist! Ihr habt immer nur Arschlöcher zum Freund? Warum? Was haben sie alle gemeinsam? Was zieht Euch an?! Ich dachte immer, ich ziehe auch nur die Irren an, sie finden mich einfach. Jedoch sollte mir klar werden, dass ich es bin, die sie findet und mitnimmt. Nachdem ich Opfer eines Soziopathen wurde, der mich nur über die großen Lügen und Auslösen meines Mitgefühls hielt, war mir klar: Ich bin eine Co-Abhängige. Das haben Kinder alkohokranker Eltern so. Ja scheisse! Ich brauchte es, gebraucht zu werden. Darum habe ich auch so viele Schwache immer eingepackt. Ich dachte schließlich, ich bin so gut darin, mich zurückzunehmen, ich kann die Probleme der ganzen Welt selbstlos aushalten. Problem erkannt, Problem gebannt. Das nächste Mal, wenn jemand das Gefühl auslösen sollte, dass ich ihn retten möchte, wollte ich davon laufen und nahm mir vor: Der nächste soll mich retten wollen! Und nachdem er auch meine lange Liste an Soll-Eigenschaften erfüllte, bin ich nun tierisch happy in einer Beziehung 🙂

So handhabe ich es jetzt überall. Ich helfe gerne, es gibt mir etwas, Menschen zu erfreuen, ihnen gutes zu tun. Aber ich lasse mich nicht mehr verheizen, ausnehmen oder zurückstellen. In diesem Punkt bin ich im letzten Jahr zu absoluten Reife gelangt. Erst komme ich, dann mache ich andere glücklich und ich mache nicht mehr die Aufgaben der anderen mit. Egoistisch? Nö. Wenn nicht Ihr, wer setzt sich sonst mit aller Kraft für Euch ein, hm?

So, zurück aber zum Thema. Einige meiner Posts haben sich ja schon mit meinem Selbstbewußtsein und meinem Werdegang nicht nur im Sport, sondern auch als Heranreifen als Mensch beschäftigt. Ich könnte jetzt endlos dazu schreiben, wie ich finde, dass man zu sich selbst findet, dass man zu schätzen wissen sollte, was wir alle haben, dass Menschen nicht glauben sollen, was man über sie denkt, sondern NACHFRAGEN, wenn der Mensch für sie Bedeutung hat… Dass man Menschen fallen lassen kann, die einen nur runterziehen, dass man nur für sich selbst verantwortlich ist, nicht für die anderen… Dass man mit Menschen umgehen soll, wie man selbst behandelt werden möchte, dass man Bekannte und Freunde unterscheiden können muss und dass es immer einen Weg zur Besserung gibt! Das Leben hat Aufgaben, keine unlösbaren Probleme. Manche sind schwerer, manche banal. Aber wir haben immer irgendeine Möglichkeit, etwas zu verbessern, wenn wir nicht zufrieden sind. Es gibt immer Optionen für die, die sie sehen wollen und bereit sind EIGENVERANTWORTUNG zu übernehmen, anstatt dauernd das Opfer zu sein, was bedauert werden will, was das die einzige Aufmerksamkeit ist, die zu bekommen sie gewohnt sind. Lernt um! Das ist meine Ansage an diese Gruppe.

Und die anderen: Geht respektvoll miteinander um, sorgt für angenehme Begegnungen, das Leben stellt genug unangenehme Aufgaben. Dazwischen kann man sich eine schöne Zeit machen. Und verdammt nochmal, gönnt allen Leuten das, was sie sich aufbauen! Es hat alles nichts mit Euch zu tun, was andere machen. Lebt Euer Leben endlich! Diese künstliche Stresserei ist einfach nur abstoßend! Es könnte alles einfach nur wunderbar sein.

So und bevor ich nun doch weiter tippe – ich wollte schon viel früher aufhören – empfehle ich Euch hier noch einen tollen Channel, der durch verschiedene sehr interessante und witzige Redner genau das wiedergibt, was ich alles lebe und für mich entdeckt habe:

GEDANKEN TANKEN

Dazu gleich ein paar erste Videos…. Viel Spaß.

4 Kommentare

  1. Hallo Svenja, das ist sehr gut geschrieben und spiegelt deine gesunde Einstellung zum Leben wider. Ich stehe zum Leben in etwa auch so und mein Motto ist „was du nicht willst was man dir tu das füg auch keinem anderen zu“. Respektvoll aber nicht unkritisch. In diesem Sinne. Liebe Grüße Horst

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Horst,

      ja so sehe ich das auch. Ich bin immer ein Echo. Grundsätzlich freundlich, wohlwollend höflich, aber wenn man mich nicht wertschätzt, meint mich runschubsen zu können oder nicht ernst zu nehmen braucht, dann kommt es auch entsprechend zurück. Gefallen lassen muss ich mir nichts:-)

      Liebe Grüsse zurück
      Svenja

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